1200 Jahre Radolfzell – und die Minigärtner pflanzen mit! ? Gemeinsam mit den Profis der Stadtwerke gestalteten die Gartenchecker ein Tippitoppi-Beet für den Jubiläumsbaum im Stadtgarten – mit Rosen und Lavendel. Wie der Baum geschützt wird und was ihn so besonders macht, erfahrt ihr im Bericht von Teamleiterin Susanne Augenstein:
„Die Stadt Radolfzell wird dieses Jahr 1200 Jahre alt. Seit kurzem steht im Stadtgarten der nagelneue Jubiläumsbaum zum Anlass. Ein schöner Grund für Mario Jost, Abteilungsleiter Grün bei den Technischen Betrieben der Stadt Radolfzell, die Minigärtner erneut einzuladen!
Zu Beginn versammelte Mario uns um den Jubiläumsbaum, einen Europäische Zürgelbaum. Er verträgt die heutigen Bedingungen in der Straßenbepflanzung – z. B. Streusalz und Hitze – besser als manch klassischer Baum wie die Esche.
Trotzdem erhält der junge Baum mehrfachen Schutz: Direkt über dem Boden umhüllt ein dickes Plastikband den Stamm, damit er beim Mähen nicht versehentlich verletzt wird.
Und auch der restliche Stamm ist eingepackt. „Falls eine Katze ihn ankratzen möchte“, vermutete Minigärtner Robin. Tatsächlich schützt die Hülle den frischen und noch fast blattlosen Baum vor Sonne und Austrocknung, erklärte Marios Mitarbeiter Sven Rominger. Sonst kann die Rinde aufplatzen. „Das knallt wie ein Schuss“, berichtete Sven.
Damit zu unserer ersten Aufgabe: Der Jubiläumsbaum sollte es schön haben im Stadtgarten! Also pflanzten wir rundherum Rosen und Lavendel. Marios Mitarbeiter Richard unterstützte am schweren Spaten. Der Regenwurm, den wir auf dem Rasen nebenan fanden, durfte direkt mit einziehen. Zum Schluss noch ein wenig Steppensubstrat über die frische Fläche, damit sich alle Pflanzen wohlfühlen. Dem Substrat sind Ziegelsplitter und Bims beigemischt. Diese speichern Wasser und schützen den Boden vorm Austrocknen.
Industrieller Dünger wird in Radolfzell nur noch auf Sportplätzen zugesetzt, wo Fußballer und Co. den Rasen saftig grün haben wollen. Ob es dabei bleibt? Mario gab zu bedenken: Das Düngen der 17 Sportplätze hat letztes Jahr noch ca. 15.000 Euro gekostet – dieses Jahr sind es schon 23.000 Euro aufgrund gestiegener Materialpreise.
Nachdem unsere Handschuhe schmutzig und unsere Schultern müde waren, stellte Sven uns seinen ganzen Stolz vor: den Fischteich im Stadtgarten, der seit wenigen Tagen wieder seine Bewohner beherbergt. Hier tummeln sich Goldfische und Kois in allen Größen und Farben. Der schwerste bringt fast 9 Kilo auf die Waage!
Die Fische kamen durch Svens Engagement zur Stadt Radolfzell, als ein Bekannter seinen Teich auflöste. Von ehemals drei Koikarpfen hat sich der Bestand seitdem auf 23 Tiere vergrößert, darunter echte Zuchtfische mit entsprechendem Wert. Sie verbringen den Winter im Gewächshaus der Technischen Betriebe in einem großen Pool, weil der flache Teich im Stadtgarten zufrieren würde. Die Tiere zwischen ihren Quartieren umzuziehen, ist ein echter Kraftakt, aber für Sven lohnt sich der Aufwand, wenn er die begeisterten Kinder rund um den Teich sieht.
Weniger gern gesehen ist hier der Reiher. Ein Netz über dem Wasser schützt die Fische davor, als sein Abendessen zu enden.
Jetzt, zu Beginn der Teichsaison, durften wir die Fische sogar füttern. Denn noch ist der Pflanzenbestand im Teich gering. Zu viel Futter würde den Tieren allerdings gefährlich, denn durch Futterreste entsteht Nitrit und leidet die Wasserqualität.
Zum Abschluss führte Mario uns mit breitem historischem Wissen durch den Stadtgarten. Früher stand hier alles unter Wasser! Der Bodensee reichte bis an die Stadtmauer. Schwere Eisenringe in der Mauer zeugen noch davon, dass man hier einst sein Boot befestigen konnte. Erst 1870 wurde der Bahnhof aufgeschüttet. Und auch dann dauerte es noch eine Weile, bis aus dem Areal ein Park wurde. Zunächst hatte man die Fläche als Gemüsebeete genutzt, um die Stadtbevölkerung zu ernähren.
Ein wahres Highlight wartete am Ende unserer Tour: Wir hatten die exklusive Chance, in den Höllturm hineinzuschauen. Der ehemalige Wehrturm wurde genutzt, um nach Feinden Ausschau zu halten. An seinen Wänden kann man noch die dicken Steinquader sehen, auf denen die ehemalige Holztreppe auflag.
Das war spannend:
Zum Höllturm hat heutzutage normalerweise niemand mehr Zutritt außer ausgewählte Mitarbeitende der Technischen Betriebe. Sie führen hier regelmäßig Taubenkontrollen durch, weil die Ausscheidungen der Vögel den Sandstein angreifen.
Fun Fact des Treffens:
Im Fischteich trägt nur ein einziger Fisch einen Namen: Dieter. Er schwimmt immer kopfüber, weil seine Schwimmblase verkürzt ist. Gut geht es ihm in der Obhut der TBR dennoch.“
Bericht von Teamleiterin Susanne Augenstein



